Rechnungswesen


Rechnungswesen
I. Volkswirtschaftslehre: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR).
II. Betriebswirtschaftslehre:1. Begriff: Das betriebliche R. umfasst Verfahren zur systematischen Erfassung und Auswertung aller quantifizierbaren Beziehungen und Vorgänge der Unternehmung für die Zwecke der Planung, Steuerung und Kontrolle des betrieblichen Geschehens.
- 2. Aufgaben: a) Betriebsintern: (1) Abbildung und Kontrolle: Mengen- und wertmäßige Erfassung und Überwachung der betrieblichen Prozesse.
- Beispiel: Feststellung von Bestandsveränderungen, Errechnung der Stückkosten, Ermittlung von Beständen. (2) Planung und Steuerung: Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsrechnungen, die auf Daten des betriebswirtschaftlichen R. basieren, dienen der Unternehmensleitung als Planungsgrundlagen.
- b) Extern: (1) Rechenschaftslegung: Aufgrund gesetzlicher Vorschriften (z.B. §§ 238 ff. HGB) sind die Unternehmen verpflichtet, Rechenschaft über die betrieblichen Abläufe zu legen. Diese Forderung kann nur mit einem funktionierenden R. erfüllt werden. (2) Information: Das R. informiert, teils aufgrund gesetzlicher Veröffentlichungspflicht (z.B. §§ 325 ff. HGB), teils aufgrund freiwilliger Offenlegung, Gesellschafter, Gläubiger, Arbeitnehmer, Finanzbehörden und die interessierte Öffentlichkeit über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmung.
- 3. Aufbau: Es gibt eine Vielzahl von Vorschlägen für die Gliederung des R.
- a) Traditionelle Gliederung: Buchführung und Bilanz, Kosten- und Leistungsrechnung, Betriebsstatistik und Vergleichsrechnung, Planungsrechnung.
- b) Um eine Vermischung der Einteilungskriterien wie unter a) zu vermeiden (z.B. kann eine Bilanz als Planungsrechnung erstellt werden), ist in der tabellarischen Übersicht
über Aufgaben und Aufbau des betrieblichen R. die Gliederung der Bereiche nach folgenden Merkmalen vorgenommen: Alle Rechnungen lassen sich in Planungs-, Dokumentations- und Überwachungsrechnungen einteilen. Die Rechnungen können nach betriebswirtschaftlichen Rechnungskategorien (Aufwand/Ertrag, Vermögen/Kapital, Kosten/Leistungen, Auszahlungen/Einzahlungen), Abrechnungsinhalten (Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen etc.) und ihrer Auswertung für Statistik und Betriebsvergleich gegliedert werden.
- c) Auch eine Einteilung in Nominalrechnungen (z.B. Liquiditätsrechnungen) und realgüterliche Rechnungen (z.B. Lagerbuchführung, Substanzerhaltungsrechnungen) ist möglich.
- d) In der Gesamtorganisation der Unternehmung wird das betriebliche R. häufig als Aufgabenbereich des  Controlling eingeordnet.
- 4. Tabellarische Darstellung von Aufgaben und Aufbau des betrieblichen R. vgl. Abbildung „Rechnungswesen“.
- Vgl. auch  Umweltrechnungslegung,  verhaltensorientiertes Rechnungswesen. Literatursuche zu "Rechnungswesen" auf www.gabler.de

Lexikon der Economics. 2013.

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